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Hansestadt

Hansestädte waren die Städte, die sich der mittelalterlichen Handelsorganisation Hanse angeschlossen hatten. Der Verbund der Städte in der Hanse war sehr lose und wurde mit keinem Vertrag o. ä. beschlossen. Deswegen ist schwer anzugeben, welche Städte genau zur Hanse gehörten, zumal hier der Zeitpunkt der Betrachtung sehr entscheidend ist. Aus- und Eintritte, Zusammenschlüsse und Verfeindungen waren an der Tagesordnung. Viele kleine "Hansestädte" waren nur ihrer größeren Nachbarstadt zugeordnet und gehörten dieser Stadt an, die wiederum in der Hanse war.
Auch die Hanse selbst wollte Anzahl und Namen ihrer Städte niemals festlegen - so weigerte sie sich zum Beispiel gegenüber dem König von England, eine detaillierte Liste mit Städtenamen vorzulegen. Vielleicht auch schlicht deswegen, weil es nie eine solche Liste gab. Sie bleibt also auch hier sehr diffizil.
1980 wurde in Zwolle der Hansebund der Neuzeit als größte internationale Städtepartnerschaft gegründet (Hauptartikel Neue Hanse). Auch der 1983 in Herford ins Leben gerufene Westfälische Hansebund versucht hansische Traditionen wiederzubeleben.
Die Farbe der Hanseflaggen ist weiß/rot.

Wie die Zugehörigkeit zur Hanse waren auch die Städtegruppen ständig Änderungen unterworfen. Meist wurden Städte nach Regionen zusammengefasst, wie die Drittel bzw. Quartiere des Kontors in Brügge verdeutlichen:

1347 - 1494:

* lübisch-sächsische Städte unter der Führung Lübecks * westfälisch-preußische Städte unter Führung Dortmunds (später Kölns) * gotländisch-livländische Städte unter Führung von Visby (später auch Riga)

ab 1494: *

wendische Städte unter der Führung Lübecks (weitere wendische Städte nach Dollinger: Lüneburg, Hamburg, Wismar, Rostock, Stralsund) * sächsiche Städte unter der Führung Braunschweigs * preußisch-livländische Städte unter der Führung Danzigs * westfälische Städte unter der Führung Kölns.

So wie Lübeck eine Vormachtstellung innerhalb der Hansestädte hatte, so nahmen die wendischen Städte innerhalb der Städtegruppen häufig eine Vorreiterrolle ein (siehe auch Wendischer Münzverein). Eine weitere mögliche regionale Aufteilung ist die in See- und Binnenlandstädte. Auch eine Aufteilung nach den vorherrschend gehandelten Waren ist möglich oder nach der damaligen Einwohnerzahl. Alle diese Aufteilungen haben den Nachteil, daß sie sich auf eine dünne Datenlage stützen müssen. Diese Aussage gilt im Grunde auch für die Zugehörigkeit der Städte zu einem Drittel bzw. Viertel, denn aus der Lage einer Stadt in einer bestimmten Region kann heute nicht automatisch die Zugehörigkeit zur entsprechenden Gruppe abgeleitet werden. Eine Klassifizierung von 12 Hansestädten ist (vermutlich aus dem 15. Jahrhundert) in einem Merkvers überliefert: Lübeck, ein Kaufhaus; Köln, ein Weinhaus; Braunschweig, ein Zeughaus; Danzig, ein Kornhaus; Magdeburg, ein Backhaus; Rostock, ein Malzhaus; Lüneburg, ein Salzhaus; Stettin, ein Fischhaus; Halberstadt, ein Frauenhaus; Reval, ein Wachs- und Flachshaus; Krakau, ein Kupferhaus; Visby, ein Pech- und Teerhaus.

Hier eine regional gegliederte Liste nach Dollinger von Städten, aus denen Kaufleute zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert hansische Privilegien in Anspruch nahmen (teilw. nur kurzzeitig). Etwa 70 der hier aufgeführten etwa 200 Städte betrieben aktiv hansische Politik. Die Mehrzahl der Hansestädte ließ sich (z.B. auf den Hansetagen) von einer größeren Nachbarstadt vertreten.

Nordseeküste

  • Bremen
  • Buxtehude, Erzbistum Bremen
  • Groningen, freie Reichsstadt
  • Hamburg, freie Reichsstadt
  • Stade, Erzbistum Bremen

 

Ostseeküste westlich der Oder

  • Anklam, Herzogtum Pommern
  • Demmin, Herzogtum Pommern
  • Greifswald, Herzogtum Pommern
  • Kiel, Grafschaft Holstein, sp. Herzogtum Holstein
  • Lübeck, freie Reichsstadt
  • Rostock, Fürstentum Rostock, später: Herzogtum Mecklenburg
  • Stettin, Herzogtum Pommern
  • Stralsund, Fürstentum Rügen, später: Herzogtum Pommern
  • Wismar, Herzogtum Mecklenburg

 

Bilder der Insel Rügen

  • Ostseebad Binz

Kap Arkona, Die Leuchttürme im Norden der Insel Rügen

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